Hartmetall fällt in vielen Betrieben täglich an – meist nebenbei im laufenden Prozess. Genau dort entstehen jedoch die größten Wertverluste. Nicht beim Verkauf, sondern bei Sammlung, Trennung und Lagerung im eigenen Betrieb.
Typische Fehler in der Praxis
In vielen Fertigungen wird Hartmetall nicht getrennt erfasst, sondern landet zusammen mit anderen Materialien im Sammelbehälter.
Häufige Probleme sind:
- Vermischung mit Stahlschrott
- keine Trennung von HSS (Schnellarbeitsstahl)
- verschmutzte oder ölhaltige Behälter
- unsaubere Sammelstrukturen
Diese Punkte führen fast immer zu Abschlägen beim Ankauf oder zusätzlichem Aufwand bei der Weiterverarbeitung.
Was im Betrieb wirklich zählt
Für die spätere Bewertung sind nicht die Werkzeuge entscheidend, sondern der Zustand des Materials.
Wichtige Faktoren sind:
- saubere Trennung von anderen Werkstoffen
- möglichst geringe Verunreinigung
- klare Zuordnung im Sammelprozess
Wendeschneidplatten, VHM-Bohrer und Fräser können dabei in der Regel gemeinsam gesammelt werden. Eine aufwendige Trennung innerhalb dieser Gruppe ist nicht erforderlich.
Trennung von Fremdmaterial
Ein entscheidender Punkt ist die Abgrenzung zu anderen Materialien.
Besonders relevant ist die Trennung von:
- HSS (High-Speed Steel)
- Stahlträgern
- Mischschrott
Diese Werkstoffe werden im Recyclingprozess anders behandelt und sollten nicht mit Hartmetall vermischt werden.
Umgang mit Verbundwerkzeugen
In vielen Betrieben fallen Werkzeuge an, bei denen Hartmetall auf einen Stahlträger aufgelötet oder befestigt ist.
Wenn möglich, sollte hier:
- das Hartmetall vom Träger getrennt werden
- der Stahlanteil reduziert werden
Bereits eine grobe Trennung kann sich positiv auf die spätere Bewertung auswirken.
Saubere Sammlung im Alltag
Ein funktionierendes System ist meist einfacher als gedacht.
Bewährt hat sich:
- ein klar gekennzeichneter Behälter nur für Hartmetall
- feste Abläufe im Betrieb
- regelmäßige Leerung statt langfristiger Lagerung
Wichtig ist vor allem, dass alle Beteiligten wissen, welche Materialien in den Behälter gehören.
Praxis-Tipp
Der größte Hebel liegt im Alltag. Wenn Hartmetall direkt sauber getrennt wird, entfällt später zusätzlicher Aufwand – und die Qualität bleibt erhalten.
Fazit
Wer Hartmetall unsortiert entsorgt, verliert oft unnötig Wert. Entscheidend ist nicht der Markt, sondern der Umgang mit dem Material im eigenen Betrieb.
Saubere Trennung, klare Abläufe und ein bewusstes Handling sorgen dafür, dass Hartmetall wirtschaftlich sinnvoll verwertet werden kann.

